Blick hinter die Kulissen: Lina Mosshammer im Interview

Der Ideenbewerb zu den Maßnahmen für den Salzburger Mobilitätsplans 2040 ist abgeschlossen und die Auszeichnung der Gewinnerideen auf der Bühne steht kurz bevor. Am ganzen Prozess beteiligt war auch Lina Mosshammer von Point&, die im Rahmen dieses letzten „Blicks hinter die Kulissen“ aus dem Nähkästchen ihrer täglichen Arbeit plaudert.

Liebe Lina, bitte stelle dich kurz vor …

Meine Name ist Lina Mosshammer, Geschäftsführerin von POINT&. Wir begleiten Städte wie Salzburg dabei, zukunftsfähige Mobilitätslösungen zu entwickeln und umzusetzen – immer mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen. Im Mobilitätsplan für Salzburg übernehmen wir Maßnahmen zur Einbindung der Bürger:innen wie die Ideenworkshops in der Einreichphase oder den Salzburger Mobilitätstag am Donnerstag, den 17. September 2026, bei dem auch die Gewinnerideen ausgezeichnet werden.

Der Mobilitätsplan für Salzburg basiert auf dem Konzept des „Sustainable Urban Mobility Plan“ (SUMP). Was steckt hinter diesem Ansatz?

Europas Städte sind aufgerufen, bis 2027 Pläne für nachhaltige Mobilität – von Gehen, Radfahren bis zum Öffentlichen Verkehr- zu erstellen. In Österreich betrifft das alle Landeshauptstädte. Salzburg hat 2025 bereits Ziele definiert. Das beinhaltet beispielsweise das übergeordnete Ziel, dass alle Wege in Zukunft zu 80% mit dem Rad, zu Fuß oder dem Öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden. 2026 geht es nun um konkrete Maßnahmen, um diese bis 2040 umzusetzen.

Workshop Dekobild

© Point&

Was verändert sich für eine Stadt, wenn sie einen SUMP erarbeitet – über die Mobilität hinaus?

Mit einem SUMP wird nicht nur die Mobilität angesprochen. Das übergeordnete Ziel ist es, lebenswerte Städte zu schaffen. Es geht um kurze Wege, gute Erreichbarkeit von Arbeit, Freizeit und Alltagszielen – und damit um mehr Lebensqualität für alle Bürger:innen – von Familien, Jugendlichen bis zu älteren Menschen.

Michael Schwifcz

© Anna Pirato/Stadt Salzburg

Du kennst viele internationale Projekte – wo steht Salzburg im Vergleich?

Städte wie Amsterdam, Paris oder Bremen gelten als Vorreiter in Sachen Radverkehr, Verkehrsberuhigung oder Sharing-Angebote. Salzburg hat mit seiner einzigartigen Natur und Grünflächen gute Voraussetzungen, steht aber aufgrund des begrenzten Platzes durch die Stadtberge vor einer besonderen Herausforderung, diese Flächen fair und effizient zu verteilen.
Mit geplanten Projekte von Begegnungszonen, neue Radverbindungen bis zu dem im September startenden Bike-Sharing zeigt die Stadt, dass sie offen für innovative Lösungen ist. Entscheidend ist dabei, diese Ansätze nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Wohnbezirken umzusetzen – denn Mobilität betrifft alle.

Welche Rolle spielt die starke Bürgerbeteiligung in diesem Kontext?

Im SUMP Prozess ist die Einbindung von Bürger:innen zentral. Wichtig ist hier wirklich alle Bevölkerungsgruppen abzuholen und auch in die verschiedenen Stadtviertel zu gehen. In Salzburg fließen die Vorschläge der Ideenchallenge beispielsweise direkt in den Prozess ein und die besten Maßnahmen kommen in den finalen Plan als Maßnahme. Die Ergebnisse werden am Mobilitätstag am 17.September vorgestellt und die Gewinner:innen ausgezeichnet.

Was wäre für dich ein Erfolg des Mobilitätsplans Salzburg 2040?

Ein Erfolg wäre, wenn der Plan mutige, sichtbare und spürbare Veränderungen für alle bringt – durch ein Zusammenspiel von Vorhaben für den Fuß-, Rad-, ÖV- und Autoverkehr. Nicht nur Strategien, sondern klares politisches Commitment und eine rasche Umsetzung von kleinen und großen Maßnahmen.
Langfristig braucht es echte Bürger:innen-Beteiligung: bessere Information, Mitgestaltung und nachhaltige Strukturen. Wir starten derzeit mit der Stadt Salzburg eine Jugend-Community – nicht nur für den SUMP, sondern als dauerhafte Plattform für Austausch mit jungen Menschen.

Was würdest du anderen Städten raten, die einen ähnlichen Prozess starten?

Ich empfehle Städten das Thema politisch und abteilungsübergreifend in der Administration früh auf die Agenda zu setzen. Wie in Salzburg und Graz ist es sinnvoll zuerst die Ziele zu setzen, um darauf aufbauend Maßnahmen zu entwickeln – zusammen mit einer ehrlichen und transparenten Bürger:innen Beteiligung – von Jugendlichen über Familien, bis zu Senior:innen. Seid offen für neue Ideen, schaut euch bei anderen Städten ab, was funktioniert, und passt es an eure Bedürfnisse an

Was möchtest du den Salzburger:innen mitgeben, die sich für die Mobilität in Salzburg interessieren?

Gerne möchte ich alle Interessierten herzlich zum Salzburger Mobilitätstag am Dienstag, 17. September, von 14:00-18:00 Uhr im Wifi Salzburg einladen. Ab 14:00 Uhr wartet ein abwechslungsreiches Programm mit Ausstellung, Austausch mit Fachexpert:innen und Diskussionen rund um Salzburgs Mobilitätszukunft auf die Besucher:innen, bei dem das Konzept und die Maßnahmen erstmal öffentlich präsentiert werden.
Von 17:00-18:00 Uhr findet die Auszeichnung der Gewinnerideen des Ideenbewerbs statt. Es würde mich freuen, möglichst viele Salzburger:innen dort begrüßen zu dürfen!


Du interessierst dich für die eingereichten Ideen der Bürger:innen zum Mobilitätsplan 2040? Hier kannst du sie jederzeit einsehen:

Workshop Dekobild

© Doris Wild/Stadt Salzburg